Anfang des Jahres geht es für die Auszubildenden im zweiten Jahr erfahrungsgemäß an die Zwischenprüfung. So natürlich auch in diesem Jahr. Im Gegensatz zu den Vorjahren scheint man sich nun hier wieder auf die klassischen Aufgabengebiete des Mediengestalters zu konzentrieren. Mich freut das sehr, denn ich finde, dass in den letzten Jahren der Bereich des klassischen Druckes und der Druckweiterverarbeitung ein wenig vernachlässigt wurde. Natürlich ist es wichtig, dass man am Puls der Zeit bleibt, aber die klassischen Kompetenzen sind und bleiben im täglichen Geschäft einfach wichtig.

Klassische Kompetenzen, wenig Design

Weniger ist manchmal mehr, so hält es der zfamedien erfahrungsgemäß mit den Informationen, die es zu den Prüfungsthemen gibt. Aber ein bisschen was, lässt sich ja immer aus den einzelnen Gebieten und Stichworten herauslesen. In der Übersicht sehen die Themen dann so aus:

Die Themengebiete der Zwischenpüfung 2015
1 Den Medienbetrieb und seine Produkte präsentieren:
Kosten eines Arbeitsplatzes
2 Medienprodukte typografisch gestalten:
Planung von Werbemaßnahmen
3 Ausgabedateien druckverfahrensorientiert erstellen:
Druckausgabe
4 Computerarbeitsplatz und Netzwerke nutzen, pflegen und konfigurieren:
Interne Speicher
5 Eine Website gestalten, erfassen und bearbeiten:
URL
6 Bilder gestalten, erfassen und bearbeiten:
Anzeigenanalyse
7 Daten für verschiedene Ausgabeprozesse aufbereiten:
Videosequenz

Den Anfang macht also ein Klassiker, die Platzkostenberechnung. In der täglichen Arbeit haben wohl die wenigsten Mediengestalter-Azubis etwas damit zu tun. Ein klassisches Berufsschulthema, also. Man liebt es zwar nicht, aber man muss eben immer damit rechnen, dass es in Prüfungen zum Thema gemacht wird. Welche Kosten fallen an einem Arbeitsplatz an. Dass das mehr ist, als nur das Gehalt, sollte den meisten mittlerweile geläufig sein. Personalkosten, Fertigungsgemeinkosten und Kapitalkosten kann man sicher einmal als Stichworte für die weitere Recherche hier in den Raum werfen. Auch mathemedien.de und das dazugehörige Buch kann man für diesen durchaus auch mathematiklastigen Themenbereich empfehlen.

Interessant und vielleicht im ersten Moment eher nicht schlüssig zeigt sich das Thema Planung von Werbemaßnahmen im Themenbereich „Medienprodukte typografisch gestalten“. Welche Regeln gelten für die einzelnen Kanäle? Welche medienspezifischen Anforderungen müssen bei der Planung von Werbemaßnahmen berücksichtigt werden? Wie spreche ich die Zielgruppe richtig an? Typografie ist ein weites Feld und ich persönlich denke, dass es hier weniger um Schriftklassifikationen und die Verwendung von Schrift geht, als vielmehr um die typografischen Herausforderungen beim Entwickeln einer Kampagne. Ein sehr spannendes Thema, wie ich finde, auf das in meiner Ausbildung leider kaum eingegangen wurde.

Das Thema Druckausgabe ist wieder eines dieser Themen, die nicht Fleisch und nicht Fisch sind. Vom Prozessstandard Offsetdruck bis zum Lettershop und der personalisierten Direktansprache ist hier mal wieder alles möglich. PDF, Preflight, JDF, medienunabhäniger Workflow und vieles mehr kann hier auch vorkommen. Hier fällt es mir wirklich schwer einen Tipp abzugeben. Ich würde in Richtung medienübergreifenden Workflow und PDF/JDF tendieren. Aber nagelt mich bitte nicht fest. Ich habe weder mit dem zfa, noch mit den Prüfungen irgendwas zu tun.

Das Thema interne Speicher fällt nun wieder ein wenig einfacher aus: klassische Festplatte, SSD, RAM, Cache können hier Themen sein. Hier würde ich mir vorallendingen die Unterschiede und Vor- und Nachteile der einzelnen Speicherarten ansehen. Ins Detail gehen muss man hier erfahrungsgemäß wahrscheinlich nicht. Dafür gibt es die Fachinformatiker. 😉 Ein Blick in die entsprechenden Kapitel im Kompendium sollte hier reichen.

Wirkung, Bildauswahl, Schriftwahl, Typografie, Raumaufteilung, bzw. Nutzung können alle im Themengebiet Anzeigenanalyse herangezogen werden. Es passt sich damit wunderbar in die bisherigen Themen ein und bildet eine Ergänzung des Themas Planung von Werbemaßnahmen. Hier kann auch die persönliche Meinung gefragt sein. „Finden Sie diese Anzeige gelungen? Begründen Sie ihre Meinung.“ könnte die Fragestellung lauten. Dazu gibt’s dann eine mehr oder weniger gelungene Anzeige zu sehen.

Wie auch bereits in den Abschlußprüfungen der letzen Jahre geht man hier den Weg konsequent weiter und beschäftigt die Azubis nun bereits in der Zwischenprüfung mit Themen rund um die Videoerstellung. Unter dem Oberbereich „Daten für verschiedene Ausgabeprozesse aufbereiten“ kommt mir beim Thema Videosequenz doch wieder auch der medienunabhängige Workflow in den Sinn. Aber das Feld ist natürlich viel weiter: Schwenk, Schnitt, Totale, Halbtotale, Nahaufnahme, Farbräume, Tonaufnahme, Frameraten in unterschiedlichen Standards, FullHD, 4K. Ein weites Feld in dem es schwierig sein wird, sich auf ein Thema einzuschießen. Da das Thema aber „Sequenz“ ist gehe ich davon aus, dass es eher in die technische Richtung geht, als in die kreative. Aber hier heißt es wie immer Kaffeesatzleserei zu betreiben.

Soweit mal zu meinen Gedanken zur bevorstehenden Zwischenprüfung. Bevor ich jetzt aber noch einige weiterführende Links anbiete, möchte ich darum bitten mir in den Kommentaren zu schreiben, was Du von dieser Prüfung hältst und was die Themen Deiner Meinung nach beinhalten können. Dann können wir gerne auch darüber diskutieren. Ich freue mich auf Deinen Beitrag.

Weiterführende Links:
Mediengestalter Prüfungs-Wiki
Mathemedien.de | Beispiele zur Platzkostenrechnung von mathemedien.de
Prozessstandard Offsetdruck
Medienstandard Druck
Typefacts
Gute Beispiele zum Thema Anzeigenanalyse