Mit der diesjährigen Zwischenprüfung ist das Typomaß nicht mehr als Hilfsmittel für die Prüfungen der Mediengestalter zugelassen! Laut zfamedien.de wurde das Typomaß mit seinen speziellen Informationen schon seit einigen Jahren nicht mehr benötigt. Ein normales Lineal darf aber weiterhin verwendet werden.

Das Typomaß als Spickzettel

Als weiterer Grund wurde ebenfalls der, in den letzten Jahren zunehmende, Einsatz des Typomaß als professionell produziertem Spickzettel genannt. Diese beiden Gründe haben nun dafür gesorgt, dass sich der Ausschuß, welcher die Erstellung der Aufgaben für die Mediengestalter-Prüfungen zu verantworten hat, dazu entschieden hat, dieses Hilfsmittel nicht mehr zuzulassen.

Mir selbst ist der großflächige Einsatz eines Typomaß als Spickzettel erst in den Jahren 2012 und 2013 wirklich aufgefallen. Mit ein wenig Bewunderung, ob der Kreativität der jungen Mediengestalter, hab ich dies damals zur Kenntnis genommen und mich aber auch gefragt, ob es so gut ist, diese Typomaße dann auch professionell zum Verkauf anzubieten. Wie man nun sieht, wird solchen Auswüchsen dann auch recht schnell wieder der Riegel vorgeschoben.

Prüfungssituation - By KF [Public domain], via Wikimedia Commons

Prüfungssituation – By KF [Public domain], via Wikimedia Commons

Rechtzeitiges Lernen spart den Spickzettel

Bei allem Verständnis für die Gefühle und Ängste, die einem vor einer Abschlussprüfung überkommen können, habe ich mich im Vorfeld meiner Prüfung dazu entschieden, frühzeitig mit der Prüfungsvorbereitung zu beginnen: Knapp 6 Monate vorher habe ich begonnen mir einen Überblick über die möglichen Themengebiete zu machen. Unter Zuhilfenahme des Kompendiums und mit dem Blick auf die Themen der vorangegangenen Winter- und Sommerprüfungen hatte ich recht schnell ein Gefühl dafür, welche Entwicklungen in den Köpfen der Aufgabenersteller stattfinden: Oftmals werden Themen über mehrere Prüfungen ausgedehnt und die abgefragten Fachgebiete nur enger gefasst. Seit der Sommerprüfung 2011, in der ich dran war kommen jedes mal aufs Neue die Themen SQL, XML und Videobearbeitung in mehr oder weniger abgewandelter Form daher. Deswegen möchte ich Dir hier nun ein paar Tipps an die Hand geben. Die musst Du nicht sklavisch befolgen, aber vielleicht ist der eine oder andere brauchbare für Dich dabei.

Blicke in die vorangegangenen Prüfungen

In den meisten Berufsschulen wird es wohl so sein, das man vom Lehrer alte Prüfungen ausgehändigt bekommt. Sieh Dir hier an, wie tief in die einzelnen Teilbereiche eingedrungen wurde. Wird in der Prüfung vom letzten Jahr eher die Oberfläche abgefischt und nach allgemeinen Dingen gefragt, kann es durchaus sein, dass es in Deiner Prüfung etwas mehr ins Detail geht. Alte Prüfungsfragen helfen Dir auch ungemein dabei, dich an die in Prüfungen verwendete Sprache zu gewöhnen. Lies Dir die Fragen aufmerksam durch und frage Dich: Was verstehe ich? Was will der Aufgabensteller wissen? Gibt es „versteckte“ Hinweise? Je mehr Du Dich mit der Prüfung auseinandersetzt, desto eher wirst Du ein Gefühl dafür bekommen, was von Dir verlangt wird. Dein Ziel kann es zum Beispiel sein, ein gutes Gefühl zu haben, wenn Du eine Aufgabe gelesen hast. Dies erreichst Du nur, wenn Du relativ schnell erkennst, worauf es ankommt.

Wäge ab und sortiere aus

Hast Du ein Gefühl für die Fragen und einen groben Überblick über das was theoretisch abgefragt werden kann, gilt es auszusortieren. Veraltetes kann man über Bord werfen. HTML4 und pixelgenaues Webdesign mit Bildern werden Dir wohl nicht mehr begegnen. Relevant sind heutzutage eher Themen wie das multimediale Aufarbeiten von Daten, etc. So kannst Du Dich durchs Kompendium und Deine Berufsschulunterlagen arbeiten und hast am Ende einen Katalog an möglichen Themen beisammen, die für Dich von Relevanz für die Prüfung sein können. Im nächsten Schritt kannst Du dann aussortieren, was Du bereits kannst, weil Du es täglich im Betrieb einsetzt, oder es Dir einfach liegt. Sei dabei ehrlich zu Dir selbst. Niemand kann alles. Vorallendingen nicht während der Ausbildung. Im Idealfall hast Du jetzt bereits Mitte oder Ende Januar die Themen im Überblick, bei denen noch Arbeit auf Dich zukommt und hast dabei aber alleine durch die inhaltliche Auseinandersetzung mit Deinem Beruf bereits einiges gelernt, ohne Dich in eine stille Ecke zurückzuziehen zu müssen.

Kommunikation als Schlüssel zum Erfolg

Welchen Beruf lernst Du nochmal? Mediengestalter? Und was machen Mediengestalter? Richtig, sie versuchen Kommunikation in geordnete Bahnen zu bringen und damit erfolgreich zu machen. Suche den Kontakt mit deinen Mitschülern aus Deiner Klasse, hol Dir Entscheidungshilfen bei Kollegen in Deinem Betrieb, insbesondere bei denen, die Ihre Prüfungen vor kurzem absolviert haben. Finde Anregungen und gleichgesinnte im Netz. Überall und auf jeder größeren Plattform sprießen Onlinelerngruppen aus dem Boden. Schließ‘ Dich ihnen an, lies Dir die Fragen der anderen durch und versuche sie aktiv zu beantworten. Wenn Du Dich dafür einlesen musst, um so besser. Dann verbindest Du das Lernen für Deine Abschlussprüfung mit der Möglichkeit einem anderen bei seiner Vorbereitung zu helfen. Stelle Fragen, wenn Du etwas absolut nicht verstehen kannst. Ein anderer Blickwinkel öffnet meist auch den eigenen Kopf.

Wenn Du Dich jetzt fragst: „Was will der Alte von mir? Wir bekommen doch erst 8 Wochen vorher die Prüfungsthemen. Das reicht dann schon auch noch!“, dann lass Dir gesagt sein, dass es unglaublich viel Arbeit ist, die man in diesen acht Wochen erbringen muss. Du musst arbeiten in Deinem Betrieb, die Prüfungsvorbereitung durchziehen und ab und an, will man vielleicht auch mal was mit dem Freund, oder der Freundin unternehmen. Je weiter Du mit Deiner Vorbereitung bist, desto weniger kann Dich auf dem falschen Fuß erwischen, wenn die Themen bekannt gegeben werden. Am Ende wird Dich dann immer noch das eine oder andere Thema überraschen und Du musst immer noch eine ganze Menge lernen. Dafür musst Du dann vielleicht die anderen Themen nur nochmal auffrischen oder kannst in diesen Bereichen vollkommen entspannt in die Prüfung gehen.

Entspannt die Prüfung bestehen

Und genau darauf kommt es an. Ich verspreche Dir, das Du immer aufgeregter sein wirst, je näher die Prüfung kommt. Je später die Nervosität einsetzt, desto konzentrierter kannst Du lernen. Die Prüfungssituation wird noch nervenaufreibend genug – Egal, wie viel Du im Vorfeld gelernt hast. Der Unterschied ist: Du wirst nicht panisch und Du brauchst kein Typomaß als Spickzettel.